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Mandelbaum

Am nächsten Morgen grünte der Stab Aarons und die Blüte ging auf und trug Mandeln.

4. Mose 17,23

1. Botanik

 

Der Mandelbaum kommt in Israel in einer Wildart (Amygdalus communis L.) und einer Kulturart (Prunus dulcis) vor. Er ist mittelgroß und hat verzweigte Äste mit ovalen, lanzettartigen Blättern, die er zu Winterbeginn abwirft. Die erste Blütezeit von etwa vier Wochen fällt in Israel in den Anfang des Monats Februar. Die Bäume sind dann über und über weiß gefärbt (vgl. Pred 12,5). Zehn Wochen nach der Blüte beginnt die Reife der Früchte. Nach der Reife brechen sie auf und setzen die „Nuss“ frei. Der Kern der Frucht, der einen Fettanteil von etwa 50% aufweist, hat eine bräunliche Haut. Er wird roh, aber auch geröstet gegessen. Zermahlen wird der Fruchtkern beim Kochen verwendet.

 

Süße Mandeln galten und gelten als Delikatesse, die wilde Mandel hat dagegen aufgrund der im Kern enthaltenen Blausäure einen bitteren Geschmack.

2. Bibel

Eine der hebräischen Bezeichnungen für die Mandel (1. Mose 43,11; 4. Mose 17,23; Pred 12,5) bzw. den Mandelbaum (Jer 1,11) ist שָׁקֵד šāqed „der Wachsame / der Wachende“.

Der blühende Mandelbaum als früher Frühlingsbote

Auf die frühe Blüte des Mandelbaumes, der vor allen anderen Bäumen Blüten treibt, und somit auf den Beginn des Naturkreislaufes und die nach dem Winter wieder erwachende Natur spielt Pred 12,5 an („wenn der Mandelbaum blüht und die Heuschrecke sich belädt und die Kaper aufbricht“).

Mandeln als Nahrungsmittel

Mandeln als Nahrungsmittel finden sich auch unter den Geschenken, die die Brüder Josef nach Ägypten mitbringen („Nehmt von des Landes besten Früchten in eure Säcke und bringt dem Manne Geschenke hinab, ein wenig Balsam und Honig, Harz und Myrrhe, Pistazien und Mandeln“ (1. Mose 43,11).

1. Mose 30,37 beschreibt eine Art Züchtertrick Jakob legt u.a. aus dem Mandelholz herausgeschälte Streifen in die Wassertröge der Tiere seines Schwiegervaters Labans, worauf diese mehr gefleckte und dunkle Jungtiere werfen und so Jakobs Besitz an Tieren gemehrt wird.

Die Vision beim erwachenden Zweig (Jer 1, 11f)

Der Name des Mandelbaums שָׁקֵד šāqed wird in Jer 1,11f in einem Wortspiel verwendet. "Und es geschah des HERRN Wort zu mir: Jeremia, was siehst du? Ich sprach: Ich sehe einen erwachenden Zweig. Und der HERR sprach zu mir: Du hast recht gesehen; denn ich will wachen über meinem Wort, dass ich's tue" (Jer 1, 11-12). Jeremia sieht in einer Vision einen Mandelzweig und erfährt Gottes Deutung, die auf den Namen des Baumes bezug nimmt: „wachend (שֹׁקֵד šoqed) bin ich über meinem Wort, es zu tun“.

 

Das Stabwunder (4. Mose 17, 23)

Der Stab Aarons sprosst als Zeichen seiner Erwählung durch den HERRN in einer einzigen Nacht: Er hatte Knospen ausgetrieben, Blüten hervorgebracht und Mandeln reifen lassen (4. Mose 17,23) („Und der HERR redete mit Mose und sprach: …wen ich erwählen werde, dessen Stab wird grünen. … Mose redete mit den Israeliten und alle ihre Fürsten gaben ihm zwölf Stäbe, ein jeder Fürst je einen Stab, nach ihren Sippen, und der Stab Aarons war auch unter ihren Stäben. Und Mose legte die Stäbe vor dem HERRN nieder in der Hütte des Zeugnisses. Am nächsten Morgen, als Mose in die Hütte des Zeugnisses ging, da grünte der Stab Aarons, der zum Hause Levi gehört, und die Blüte ging auf und trug Mandeln“ (4. Mose 17, 16-23*).

 

Im Kunsthandwerk

Die Kelche des Leuchters in der Stiftshütte waren mandelblütenförmig gestaltet und betonten in besonderer Weise den ästhetischen Aspekt des Heiligtuminventars (2. Mose 25,33f; 2. Mose 37,19f).

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